Die Nordsee ist ein Nebenmeer des Atlantischen Ozeans und befindet sich zwischen Britannien und dem nordwestlichen Teil des europäischen Festlands. Mit dem Atlantik ist sie im Norden durch das Europäische Nordmeer und im Süden durch die
Straße von Dover und dem sich anschließenden
Ärmelkanal verbunden. Zugang zur Ostsee besteht über
Skagerrak und Kattegat sowie durch den künstlichen
Nord-Ostsee-Kanal, der von Hamburg bis Kiel verläuft.
Die Gesamtfläche der Nordsee beträgt knapp 575.000 Quadratkilometer, die Wassermenge umfaßt dabei zirka 54.000 Kubikkilometer. Von Norden nach Süden mißt die größte Entfernung etwa 965 Kilometer, von Westen nach Osten rund 645 Kilometer. Der tiefste Punkt mit 725 Metern befindet sich in der Norwegischen Rinne, ansonsten liegt die mittlere Tiefe bei lediglich 70 Metern, die durchschnittliche bei 94 Metern.
Die nördliche Begrenzung zum Atlantik befindet sich bei 5° westlicher Länge und 62° nördlicher Breite. Das ist ungefähr auf Höhe des Gejrangerfjordes in Norwegen und wurde 1962 durch das Oslo-Paris-Abkommen so festgelegt. Zuvor galt eine etwas südöstlichere Linie von Nordschottland und den Shetland-Inseln bis nach Ålesund in Norwegen als Grenze, die vielfach auch heute noch angenommen wird. Die östliche Begrenzung zur Ostsee befindet sich in etwa auf einer Linie zwischen Lindesnes in Norwegen und Hanstholm in Dänemark. Wenngleich meist auch das Skagerrak noch zur Nordsee zählt, wobei sich die Grenze dann bei Skagen zwischen Dänemark und Schweden befindet.
Die Anreinerstaaten sind Großbritannien (inklusive der Orkney- und Shetland-Inseln) im Westen, Frankreich und Belgien im Südwesten, die Niederlande im Süden, Deutschland im Südosten, Dänemark und Schweden im Osten sowie Norwegen im Nordosten. In der Nordsee befinden sich zudem zahlreiche Inseln, darunter die friesischen Inseln und schottische Inselgruppen.
Im Laufe der Zeit war die Nordsee unter verschiedenen Namen bekannt, wobei einige davon noch heute teilweise Verwendung finden: Oceanum Germanicum, Mare Germanicum, Mare Frisicum oder auch Westsee. Ihren heutigen Namen erhielt die Nordsee vermutlich von den Friesen und deren mittelhochdeutscher Sprache, die an der Südküste des Randmeeres lebten. Denn für sie befand sich die See im Norden. Endgültig durchgesetzt hat sich der Name wohl durch die Hansestädter, da diese für ihre Seereisen immer wieder neueres Kartenmaterial verwendeten und dort mehr und mehr der Begriff Nordsee genutzt wurde. Übrigens wird die "Nordsøe" in Dänemark nach wie vor auch als "Vesterhavet" (Westmeer) bezeichnet, da sich das Land nunmal an ihrem östlichen Rand befindet.
Die Nordsee wird vielfach als kalt und unwirtlich bezeichnet. Die Bezeichnung "Blanker Hans" für Stürme über der Nordsee sind ein Synonym für diese ungerechte Aussage. Vielmehr bieten sich an den Küsten und auf den Inseln der Nordsee den Urlaubern herrliche Badestrände, den Naturliebhabern atemberaubende Aussichten auf Meer, Wellen und Sonnenauf- als auch -untergänge, den Tierliebhabern eine Vielzahl von Geschöpfen auf, im und unter Wasser sowie an Land. Nicht zu vergessen die Wassersportler und "Seebären", die sich in der Nordsee rundum in ihrem Element fühlen (können). Und das Wetter ist auch nicht anders als anderswo.